Podemos: Politik aus der Gesellschaft

AfD in Deutschland, Front National in Frankreich, Recht und Gerechtigkeit in Polen, UKIP in Großbritannien, Wilders PVV und die VDD in den Niederlanden, FPÖ in Österreich: in vielen großen europäischen Ländern brachte die Europawahl im vergangenen Jahr mitunter erdrutschartige Siege für Parteien mit dezidiert europafeindlichen Programmen. Phänomene wie die Schröpfung sozialer Sicherungssysteme, prekärer Beschäftigungsverhältnisse und das Gefühl zunehmender politischer Unmündigkeit werden von denselben in einen tendenziös oder explizit ausländerfeindlichen Deutungsrahmen gebracht – letztes prominentes Beispiel ist die Pegida-Bewegung in Deutschland. Eine AfD schickt sich an, aus dieser Strategie nun auch noch politisches Kapital zu schlagen. Was im Zusammenspiel von Demagogie und Xenophobie verloren geht, ist der Blick für die Hintergründe von Phänomenen, wie den oben angesprochenen – aber auch von nie dagewesenen Flüchtlingsströmen und ökologischem Raubbau. Eine Partei, die sich diesen Hintergründen stellen will, formiert sich gerade in Spanien. Weiterlesen

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How to Dump Economics (i)

Dear Art and Science of Economics,

For a long time I have been feeling uncomfortable. It could be me, not you. However, please understand that I have my reasons.

My decision to include you in my studies originated in a myriad of questions that I considered to be questions you can help me to pursue. I asked myself about poverty, the future of labour, food, trade and climate change. However, after three years of study I need to accept that something is missing in our relationship: You simply do not take them into account. And I have the impression that in a state of normal science, this won’t change.

This letter should explain what let me realize this and what I will try (still in progress, for part ii) to get over you – while keeping my character focussed on my questions. This story should also constitute a warning for others to not get involved with someone like you.

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Internationaler Aufruf: Vielfalt über alle Grenzen!

Die Unzufriedenheit mit der Lehre vereint die Studierenden, die sich in der „Internationalen Initiative für Pluralismus in der Ökonomik“ (ISIPE) zusammengeschlossen haben.
In einem gemeinsamen Manifest , das am 5. Mai veröffentlicht wurde, kritisieren sie Fehlentwicklungen und fordern offene, kritische und vielfältige Wirtschaftswissenschaften.

Unterstützt wird das inzwischen (Stand 15. Mai) auf 65 Gruppierungen – aus 30 Ländern, u.a. Chile, Australien, Israel, Russland, Pakistan, Kanada – angewachsene Bündnis auch von Akademiker_innen und zivilgesellschaftlichen Bündnissen. In Deutschland hat sich neben  dem Netzwerk Plurale Ökonomik e.V. die BundesFachschaftenKonferenz WiSo dem Aufruf angeschlossen. Damit setzt auch die Vereinigung der deutschen Fachschaften der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten ein klares Zeichen. Der Bayreuther StuPa-Arbeitskreis Plurale Ökonomik gehört zu den Gründungsmitgliedern der Initiative, auch wir haben bereits hier und hier auf den Handlungsbedarf hingewiesen.

Was ist das Problem? Weiterlesen

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Intellectually Lost.

„The […] series offers you a chance to get ‚intellectually lost‘ for a while and discover things that you may not have done if you had not simply got ‚lost‘. It offers you a chance to experiment with your thoughts a little without any aim other than the enjoyment of intellectual enquiry.“

Mit diesen Worten endet der Aufruf, die von uns Studierenden organisierte Ringvorlesung „Ökonomik: Zwischen Modell und Wirklichkeit“ zu besuchen. Die Nachricht, welche über den E-Mail-Verteiler an alle Studierenden gerichtet war, enthielt viel Positives über die nun vierte Ringvorlesung dieser Art. Nur die Bedeutung des letzten Absatzes bleibt unklar: „Without any other aim than the enjoyment of intellectual enquiry.“ Was könnte damit (nicht) gemeint sein?

Um das zu klären, verlassen wir das Eingangszitat und werfen einen Blick auf das Konzept der angesprochenen Veranstaltung. Darin wird die Frage nach dem „Ziel universitärer Lehre“ gestellt. Dieses  Ziel kann wohl nur vordergründig ein Bündel zu entwickelnder Kompetenzen sein, vielmehr wird hier ein weiteres Mal die Frage nach der Aufgabe der Universität aufgeworfen. Weiterlesen

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Call for Questions!

Frankfurt, Taksim/ Gezi und Co. – die Schlagzeilen kennen sie nicht mehr. Der Aufschrei war laut, die Druckwalze der Medien rollte und dann kehrte die Öffentlichkeit wieder zur Ruhe.

Der folgende Auszug ist aus einem Briefwechsel, der vor einem Monat stattfand als das Fass unserer Generation einmal mehr begann überzulaufen. Ihn zu dem jetzigen Zeitpunkt zu veröffentlichen, möchte nicht nur die Empörung jener Tage wach rufen. Dieser Dialog ist der Aufruf an Jede(n) in der kommenden Zeit die Fragen, welche wir uns, Ihr euch im Rahmen dieser Ereignisse stellt aufzuwerfen und zu diskutieren.

Was verbindet die Phänomene, welche die Menschen nicht nur unserer Generation auf die Straße treibt, insbesondere angesichts der neueren Erscheinungen von Prism und Co.?

Welche Charakterzüge unserer Generation bzw. der Kultur mit der unsere Gesellschaft denkt und entscheidet zeigen sich in dem Spannungsfeld von Demonstrierenden und der in den Massenmedien dargestellten Öffentlichkeit?

Wo sind die Parteien mit ihren Reden und Wahlprogrammen in dieser Kultur, in diesem Zeitgeist verordnet? Wer repräsentiert die Forderungen der Demonstrierenden?

Lasst uns uns und alle laut fragen.

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VWL in Deutschland: Und täglich grüßt das Murmeltier

Während europäische Entscheidungsträger allmählich zu begreifen beginnen, dass drei Jahre Austerität vor allen Dingen eine Verschärfung der ökonomischen und sozialen Schieflagen gebracht hat, bläst die Elite der ökonomischen Zunft ungeachtet schwerwiegender methodischer Fehler nach wie vor ins gleich Horn: Dosierung beibehalten, tendenziell erhöhen. Scheinbar alternativlose Politikempfehlungen wie die derzeitige Zwangskonsolidierung öffentlicher Haushalte kommen nicht aus dem Nichts: sie haben ihren Ursprung in Geschichte und Zustand der ökonomischen Wissenschaft. Trotz vielfachen Bemühens auf diesen hinzuweisen (z.B. hier, hier und hier), scheint der auf Ökonomen ausgeübte Druck nach wie vor kein Umdenken angeregt zu haben. Ganz im Gegenteil erfährt der (neo)klassische, auf naturwissenschaftlichen Methoden beruhende, Zugang in den Wirtschaftswissenschaften insbesondere in Deutschland eine regelrechte Blüte. Alternative Zugänge werden konsequent marginalisiert und im Falle der Wirtschaftsgeschichte gar regelrecht „ausverkauft“. Diese Entwicklungen (be)treffen insbesondere die ökonomische (Aus)Bildung, weswegen es nach wie vor akut scheint, auf deren Status Quo hinzuweisen. Weiterlesen

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Veranstaltungshinweise Juni 2013

Hier möchten wir auf einige interessante Veranstaltungen im kommenden Monat hinweisen.

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