Hintergründe

Donnerstag, 6. Oktober 2011

[ml] In den vergangenen Monaten erschienen in verschiedenen Zeitschriften, Zeitungen und den dazugehörigen Onlineauftritten, wie dem Spiegel, dem Zeit Magazin und Anderen immer wieder Artikel über die „verlorene Generation“ (zugegeben, diese Stimmen sind teils wieder leiser geworden), unsere Generation, der jetzt jungen Menschen. Bücher wurden darüber geschrieben und in den Medien präsentiert. Unsere Generation wurde bezeichnet als ziellos, ohne nennenswerte verbliebene gesellschaftliche Übel, die es zu bekämpfen gilt. Mit allen Möglichkeiten, doch ohne Antrieb. Apathisch in der Freiheit und Informationsflut sitzend, die für uns geschaffen wurde. Doch wir sind nicht verlorener als jede Generation vor uns, sind nicht weniger die Folge der Geschichte und Gesellschaft vor uns und gehen nicht zielloser der Zukunft entgegen.

Noch nie wurden so große Teile von uns mit so vielen Freiheiten geboren. Wir leben in keinem autoritären Staat, der Zwang, gegen unsere Eltern zu rebellieren, ist fast verflogen und schon morgen könnte ich in einem beliebigen Land der Erde sein oder ein beliebiges Produkt auf der Erde ordern und kurz darauf in meinen Händen halten. Diese Freiheit definiert uns, schafft neue Chancen, und doch müssen wir lernen, mit ihr umzugehen, wenn wir sie behalten möchten. Ihr Missbrauch schafft auch die Probleme unserer Generation.

Der Wegfall vieler Grenzen führt auch zum Übertreten einiger weniger sichtbarer Grenzen. Denen des ewigen Wachstums, denen der Erde und denen der Menschen, die wir übersehen. Zum ersten Mal sind dies auch Probleme, für deren Lösung die Zeit nicht ewig vorhält. Nicht müssen wir verhindern, dass irgendwo ein großer roter Knopf gedrückt wird, sondern wir müssen alle bei uns selbst mal einen größeren, mal einen kleineren Knopf drücken, bevor die Probleme unlösbar werden.

Unsere Generation muss nicht in der Zukunft tätig werden, sondern im hier und jetzt für die Zukunft. Auch sind die Probleme nicht mehr lokal begrenzt, sondern global, in einer immer tiefer vernetzten Welt. Doch auch unsere Generation ist global verbunden und kommuniziert instantan. Eine Nachricht von hier kommt am anderen Ende der Welt schon im jetzt an. Dieses jetzt werden wir nutzen müssen, damit auch wir eine Generation sein können, die optimistisch in die Zukunft blicken und unsere Welt den Menschen nach dem jetzt ein klein wenig besser überlassen kann.

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  1. Pingback: Das große Warten | generationjetzt

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